BILDSERIEN
Eine Bildserie kann wie Prosa sein
Die Bilder einer Serie können eine lange Geschichte erzählen. Oder sie knüpfen Verbindungen und erhellen Hintergründe
... sie fordert Aufmerksamkeit
Anders als bei einem Schnappschuss bestimmt in einer Bildserie der Kontext die Qualität der Aussage.
Der Schnappschuss fängt eine Szene ein, die aus einer sich unvermittelt öffnenden Perspektive heraus entsteht. Er ist wie ein lauter Ruf. Direkt und durchdringend
Die Arbeit an einer Bildserie verlangt Aufmerksamkeit und Achtsamkeit vom Fotografen. Und später ebenso von den Betrachtenden. Nur flüchtig wahrgenommen, kann sie in die Irre führen.
Letzte Aktualisierung: 14. August 2026
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HERKUNFT - besichtigt
Distanz lässt sich räumlich und zeitlich aber auch emotional beschreiben. Betrifft es die Strecke eines Lebensweges, dem jemand folgt, ist von allem etwas dabei. Zurückschauend verändern die räumliche Distanz und die verstrichene Zeit die Wahrnehmung des Ortes, an dem der Weg begann. - Was ist mit den Emotionen?
EIN FOTOGRAFIEPROJEKT IN 5 KAPITELN
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Motivation
Wie lassen sich die unsteten Emotionen einordnen?
In mir hatte sich die Distanz zu meiner alten Heimat Marl-Hüls derart vergrößert, dass ich nicht mehr sicher war, meine Herkunft noch richtig zu erspüren. Solche sich wandelnden Emotionen faszinieren mich. Und sie sind an Details gebunden. An Orte, Dinge oder Zeitzeugen. Für die Recherche zu den Emotionen meiner Herkunft nahm ich die Orte und die Dinge in den Fokus.
Mit dem Ende meiner Berufstätigkeit verschwanden viele Sachzwänge und ich erschloss mir neue kreative Freiräume für meine künstlerische fotografische Arbeit. Das Projekt „Herkunft“ entstand. Es ist keine Rückkehr, keine Zeitreise, eher eine Kartierung.
Im August 2021 startete ich die Feldarbeit im Kartiergebiet meines Projektes in Marl-Hüls. Ich stieß auf rätselhafte Fragmente und robuste Monumente, fand verwitterte Kulissen und unerklärliche Fremdkörper in ehemals grünen Lücken.
Ich zückte die Kamera und fotografierte, was mir fotografierenswert erschien. Die Objekte wählte ich spontan emotional aus oder folgte meiner Neugier. Beim professionellen Einsatz der Kamera orientierte ich mich an den ästhetischen Ansprüchen, die ich an meine Bilder stelle.
Für die Bildauswahl und die weitere künstlerische Bearbeitung der Fotografien nahm ich mir Zeit. So entstand eine Bildergeschichte mit fünf Kapiteln, die ich nach und nach auf meiner Website erzähle.
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Kapitel 1: Fundstücke
Zunächst zog es mich in die einst wohlbehütete städtische Wohn-, Spiel- und Abenteuerumgebung meiner Kindheit. Die dort entstandenen Aufnahmen leben weniger von dem, was sie offensichtlich abbilden, als vielmehr von dem, was sie erahnen lassen.
Die Auswahl der Fotografien glich der langen Liste von Aufschlüssen und Lesesteinen einer geologischen Kartierung. Die Auswahl genügte, um ein Gesamtbild zu erstellen, das hat aber Lücken, für die es keine Fundstücke gab.
Im Zuge einer geologischen Kartierung waren für mich immer diese Lücken das Aufregendste. Sie erzwingen weiteres Nachdenken, sie befeuern Spekulationen, sie halten die Zweifel an der eigenen Deutung aufrecht und beleben die Neugier.
Um eine lückenhafte Kartierung zu vervollständigen, muss ich die kaum noch wahrnehmbaren Muster erkennen und deuten. Dann ist es hilfreich, der Intuition zu folgen und sich gelegentlich von Emotionen leiten zu lassen.
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Kapitel 2: Waldbaden
Was stimmte mit mir nicht, dass beim Anblick der Fotografien meiner, heute uralten, ersten Schule ausgerechnet der Begriff „Waldbaden“ wie ein Werbebanner in meiner Vorstellung aufstieg? Fehlten mir die richtigen Worte? Schafften es die verschütteten Gedanken und Emotionen des kleinen Schuljungen von damals nicht, bis zur Oberfläche meines Bewusstseins durchzudringen? Aber ja doch, sie schafften es.
Nachdem das letzte Echo dieser banalen Wortneuschöpfung verklungen war, erinnerte ich mich gern an den täglichen Weg zu unserer Waldschule. An die riesig wirkenden zusammengeschobenen herbstlichen Haufen aus würzig duftendem Eichenlaub. An die Blätter, die wir mit den Füßen vor uns her schoben. An das sich Aufstellen auf dem Schulhof, Hand in Hand nebeneinader vor dem „Einmarsch“ ins Schulgebäude.
Ich sah meine Schiefertafel vor mir liegen und den zerbrechlichen dünnen Griffel. Mir fiel der unfreundliche dünne Rohrstock wieder ein, der den freundlichen Namen „August Süßholz“ trug. Ich erinnerte mich wieder an die furchterregenden Auftritte des Schulzahnarztes, an Reihenimpfungen, an Diktate, an Kopfrechenwettbewerbe und an einige wenige Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Waldschule.
Aber Waldbaden? - Echt jetzt?
Kapitel 1: Fundstücke
Checkpoint Friedrichstraße
CHECKPOINT FRIEDRICHSTRASSE
Laterne
LATERNE
Torhof
TORHOF
Werkstadt
WERKSTADT
Backsteinhof
BACKSTEINHOF
Tante Toni
TANTE TONI
Impfen!
IMPFEN
Restlicht
RESTLICHT
Zwischenmahlzeit
ZWISCHENMAHLZEIT
Blaubeer-Vanille
BLAUBEER-VANILLE
Stallgasse
STALLGASSE
Schwarzseher
SCHWARZSEHER
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FOUND & LOST auf KRETA
Sehr betagte Immobilien als „Lost Places“ zu bezeichnen, wäre auf Kreta voreilig.
Auf dieser großen Mittelmeerinsel gibt es archäologische Hinweise auf das Wirken von Menschen aus der Zeit vor mehr als 100.000 Jahren. Das spricht sogar den Geologen in mir noch an.
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Found
Zur späteren Siedlungs- und Kulturgeschichte finden sich auf Kreta ebenfalls Spuren. Sie reichen gut 9.000 Jahre zurück. Ackerbau und Dorfstrukturen in dieser Zeit sind nachgewiesen. Das, was davon heute zu sehen ist, wäre mit „lost“ falsch etikettiert. Es muss unter „found“ eingeordnet werden.
Das Wiederfinden kultureller Spuren auf Kreta kulminiert in einem Highlight. Auf einem jungsteinzeitlichen Siedlungshügel im Norden der Insel wurden die Überreste der bronzezeitlichen Palastanlagen von Knossos entdeckt. Es war das Machtzentrum der Minoer. Manche Details seiner baulichen Infrastruktur erscheinen heute bemerkenswert ausgeklügelt und fast modern.
Die Wissenschaft attestiert der minoischen Gesellschaft ein hohes zivilisatorisches Niveau, mit einer differenzierten urbanen Kultur, in welcher Kunst und Ästhetik, zumindest für die Eliten, eine große Bedeutung hatten. Knossos wurde zum Glück wiedergefunden. Auch von mir und meiner Kamera.
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Lost
Eine besondere Perspektive eröffnen auch die Ruinen ehemaliger Touristenparadiese. Wie die des früheren „Ferma Beach Hotels“ ungefähr elf Kilometer östlich von Ierpetra im Südosten Kretas. Kein Hinweisschild weist den Weg dorthin. Das Gelände ist nicht frei zugänglich. Trotzdem habe ich mich dort umgesehen. Ich war sicher, dass es sich lohnen würde. Dieser Ort war nicht für eine Elite, sondern für Touristen angelegt worden.
In der Boomzeit am Ende der 1970er Jahre hatte man hier an einem geomorphologisch denkbar ungünstigen felsigen Küstenabschnitt ein „Paradies“ in Beton gegossen. - Ein "netter" Versuch. - An diesem komplett ungeeigneten Standort ohne einen eigenen Strandabschnitt war dieser „Garten Eden“ schon „lost“, als er eingeweiht wurde. Nach knapp 20 Jahren war Schluss.
Doch Stahlbeton ist beständig. Wie ein Archäologe durchstreifte ich diese touristische Ruinenlandschaft und fand Spuren des paradiesischen Lebens, der postparadiesischen Ausplünderung und vergebliche Versuche künstlerischer Aufwertung.
Wie könnte dieser „Paradiesgarten“ in 5.000 Jahren aussehen? Der Geologe in mir wagt die Prognose, dass er ein Revier für Schnorchler sein wird. Die Wasser- und Lufttemperaturen in dieser Region des Mittelmeeres wären dann allerding unkomfortabel hoch.
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WASSER
Wasser ist wertvoller als Gold und es ist mächtiger als Geld. Wasser spendet Leben. Wasser schmeichelt dem Körper, es beruhigt den Blick und die Seele. Wasser ist Lebensraum.
Meere, Seen und Flüsse sind angefüllt mit Wasser. Unter dem Himmel hängt es, um herabzustürzen. Wasser liefert Energie, es kühlt Atomkraftwerke und schwitzende Menschen. Es transportiert Müll und Gift und es zerstört.
Tränen sind Wasser, ob sie gelacht oder geweint wurden.
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Zwischen Kraft und Stille
Aufzählungen dieser Art ließen sich mit steigendem Differenzierungsgrad und großer Detailverliebtheit in einem Buch mit vielen Seiten zusammenstellen. Denn unser blauer Planet ist eine Wasserwelt.
Aus der Sicht eines ambitioniert nach Bildmotiven Suchenden lässt es sich salopp so auszudrücken: Ein Fotograf, der diesem uferlosen Bildthema gegenübersteht, sieht verloren aus.
Es ist übergroß und omnipräsent. Wer es einfallsreich und kreativ vollständig abbilden wollte, könnte ebenso hartnäckig versuchen, den Pazifik leer zu trinken. - Grundsätzlich gilt auch hier: Weniger ist mehr!
Diese Bildserie habe ich im Zuge der Vorbereitung für meine Ausstellung "WASSER" zusammengestellt. Sie enthält zudem drei Bilder meines Fotoprojekts einfach USA.
MARSFORMING
Marsforming
WO IST DRAUSSEN?
Wo ist Draußen?
KAJAKPORTAL
Kajakportal
GEKAUFTER MEERBLICK
Gekaufter Meerblick
ZUSAMMENGERÜCKT
Zusammengerückt
DIE MÄNNER UND DAS MEER
Die Männer und das Meer
BUNTES WEHR
Buntes Wehr
AUSGELAUFEN
Ausgelaufen
AMPELSTRAND
Ampelstrand
WO BLEIBT LOHENGRIN?
Wo bleibt Lohengrin?
PERFEKTE ANPASSUNG
Perfekte Anpassung
SCHWERELOS
Schwerelos
EINE TRÄNE MEER
Eine Träne Meer
ENTWICKLUNGSSTUFEN
Entwicklungsstufen
FREIHEITSDRANG
Freiheitsdrang
DURST
Durst
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TIEF IM OSTEN - mildes Licht
Alle wissen: Im Osten geht die Sonne auf. – Und sie nimmt sich die Zeit, dort zu verweilen. In ihren Mußestunden setzt sie die Schönheit der malerischen Landschaft und die besonderen Orte im tiefen Osten Deutschlands in mildes Licht.
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Ein Streifzug
Die sächsische Schweiz, das Elbsandsteingebirge, die Städte entlang der Elbe und bis zur Oberlausitz halten für den neugierig suchenden Fotografen zahllose inspirierende Überraschungen bereit. Wer sich Zeit nimmt und genau hinschaut, entdeckt Motive, die im Überfluss des milden Sommerlichts ihre vornehmste und schönste Seite strahlen lassen.
Manche Orte, die ich im Juli 2022 mit der Kamera in der Hand besucht habe, übertrugen ihre Ruhe und ihr harmonisches Gleichmaß auf mich und wurden zur Quelle kreativer Ideen.
Eine Auswahl der besonderen Bilder, die ich bei meinem Besuch in Sachsen aufgenommen habe, präsentiere ich hier in dieser kleinen Bildserie.
TAFELBERG
Tafelberg
STEINERNER DIALOG
Steinerner Dialog
ERINNERUNG
Erinnerung
SOMMERSTERN
Sommerstern
STARKER ARM
Starker Arm
FLUIDUM
Fluidum
SONNENBLUMENSEE
Sonnenblumensee
ABFAHRT PIRNA 21:30 UHR
Abfahrt Pirna 21:30 Uhr
GÖRLITZER TRICOLORE
Görlitzer Tricolore
GÖRLITZER QUELLE
Görlitzer Quelle
SONNENTOR
Sonnentor
KLAMOTTCHEN
Klamottchen
GÖRLITZER DIALOG
Görlitzer Dialog
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IM SUCHER - FRANKFURT
In der Fotografie gelten die Gesetzmäßigkeiten des wirklichen Lebens. So marschiert derjenige, der glaubt, er wisse schon alles, bereits zielstrebig in eine falsche Richtung.
Es ist stets notwendig und hilfreich, das eigene fotografische Wissen wieder und wieder auf den Prüfstand zu stellen und zu hinterfragen.
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Dazulernen
Erstklassige Workshops, wie zum Beispiel die MasterClass-Workshops der Leica Akademie, bieten ein ausgezeichnetes Umfeld, dies zu tun. Und sie geben dem Fotografen die Gelegenheit, sein theoretisches Wissen zu erweitern und sein handwerkliches Können zu verfeinern.
Im November 2023 leitete Siegfried Hansen, ein anerkannter und erfahrener Experte der Street-Fotografie, einen MasterClass Workshop der Leica-Akademie in Frankfurt.
In der energiegeladenen Main-Metropole könnte ein Fotograf glauben, er würde ohne großen Aufwand perfekte Bilder für das Genre Street-Fotografie mit nach Hause nehmen. Allein auf der Basis seiner eigenen gestalterischen Erfahrungen und bewährten Perspektiven. Das kann mit etwas Glück gelingen. Doch mit einem methodisch und theoretisch verfeinerten Herangehen an die Street-Fotografie steigen die Effizienz und die Qualität des eigenen Arbeitens erheblich.
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Wahrnehmungsänderung
Die Wahrnehmung verschiebt und intensiviert sich. Es entstehen bewusst gestaltete Fotografien, die sonst nur unter wohlwollender Beteiligung des Zufalls gelingen würden.
Ich habe bei meinen Frankfurter Fotografien einige neue methodische Kenntnisse genutzt und besondere Perspektiven in meine persönliche Bildsprache einbezogen. Herausgekommen sind eine Fülle gelungener Aufnahmen, von denen ich 27 ausgewählte Bilder hier auf meiner Website präsentiere.
Im Rahmen von Austellungen in Darmstadt, Oberstdorf, Bürstadt und Bensheim habe ich in 2024 einige Bilder der Serie als hochwertige Drucke dem kunstinteressierten Publikum vorgestellt.
Anlässlich des 12. Fotogipfel Oberstdorf im Juni 2024 konnte ich auf Einladung der Leica Akademie Deutschland zwei meiner Bilder in ihrer dortigen Ausstellung FOTOGRAFIE er-LEBEN präsentieren.
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DURCHEINANDER
DURCHEINANDER
DURCHZUG
DURCHZUG
ZU SPÄT
ZU SPÄT
ABSCHIEDSTRÄNEN
ABSCHIEDSTRÄNEN
ROTKÄPPCHEN 2023
ROTKÄPPCHEN 2023
ZYKLOTRON
ZYKLOTRON
BUDENZAUBER
BUDENZAUBER
DINGENSKIRCHEN BANK
DINGENSKIRCHEN BANK
DICHTERBANK
DICHTERBANK
RADLOSER GOETHE
RADLOSER GOETHE
ROMANTIK
ROMANTIK
HA-LILA-LO
HA-LILA-LO
MAHLZEIT
MAHLZEIT
HEIDI UND PAUL
HEIDI UND PAUL
WISCHI WASCHI
WISCHI WASCHI
TÄUSCHUNGEN
TÄUSCHUNGEN
VORBEIMARSCH
VORBEIMARSCH
POP! STOLIZEI!
POP! STOLIZEI!
ROTE MAMBA
ROTE MAMBA
BRÜCKENKOPF
BRÜCKENKOPF
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BRETONISCHE SKIZZEN
Die Bretagne ist ein Land der Gezeiten. Dies gilt für das Strömen des Meeres, wie für die Touristenströme.
Ende September 2022 war der Touristenstrom schon nahezu abgeflossen und die von ihm zuvor bedeckten Details wurden wieder deutlich sichtbar.
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Am Golf von Morbihan
Das Meer, die Sonne, der Wind und die Wolken sind in der Bretagne ohnehin zu Hause. Sie hatten ihr spätsommerliches Programm auf dem Spielplan. Und sie spielten es grandios.
Das Fotografieren glich dem Ernten reifer Früchte. Es bereitete wenig Mühe. Nur dahinwandern und mit wachen Sinnen das Schauspiel wahrnehmen. Hier die wechselnden Lichtstimmungen mit ihrem zurückhaltenden bunten Widerschein, dort die sich in den Vordergrund drängenden kräftigen Farben. Dazu die Kontraste der Schatten und die zarten Grauabstufungen in den Wolken.
Das Werkzeug des Fotografen aus Metall und Glas wog leicht in meiner Hand. Es wollte nur geschickt eingesetzt werden.
Die für diese Serie ausgewählten Bilder habe ich künstlerisch bearbeitet. Sie sind Teil meiner ganz persönlichen „Bretonischen Skizzen“. Von sieben Bildern habe ich hochwertige Drucke anfertigen lassen und sie anlässlich der 24. Kunstausstellung des Künstlervereins Bürstadt erstmals präsentiert.
GRÜNSTREIFEN
GRÜNSTREIFEN
KAPITÄNEREI
KAPITÄNEREI
UNTER DRUCK
UNTER DRUCK
LUFTBRÜCKE
LUFTBRÜCKE
HALTUNG BEWAHREN
HALTUNG BEWAHREN
ZURÜCKGELASSEN
ZURÜCKGELASSEN
BLAUE KUGEL
BLAUE KUGEL
FARBE BEKENNEN
FARBE BEKENNEN
OSCAR
OSCAR
KRÄUTER ODER SO
KRÄUTER ODER SO
FACHWERK
FACHWERK
TRANSIT
TRANSIT
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ORT + IMPULS
Meine Bildserie ORT & IMPULS hat einen stark experimentellen Charakter. Es sind Mehrfach-Langzeitbelichtungen, die ich von der Dachterrasse des Hotels Neuhaus am Ostwall in Dortmund aufgenommen habe.
Die resultierenden Bilder sind zum Teil weitab von der konventionellen Fotografie angesiedelt und nicht mit jedermanns Sehgewohnheiten kompatibel. - Darum: ein Experiment.
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Verborgene Ästhetik
Vehement und deutlich vernehmbar ist der nervöse Herzschlag der Stadt am Dortmunder Ostwall. Tagsüber eine Hauptverkehrsader, die das Dortmunder Zentrum wie ein Koronargefäß umschließt, wird der Ostwall abends zur Rennstrecke für Poser und zum Balzplatz für manch einen übermotorisierten Don Quixote.
Mehrspurige Straßen in Großstädten, eingegrenzt von nüchterner Zweckarchitektur und spärlichem Grün sind keine Hot Spots für das Fotografieren „schöner Bilder“. Doch bietet eine leistungsfähige Kamera mit moderner optischer Ausrüstung viel Spielraum für die kreative Kombination der Aufnahmeparameter.
Zusätzlicher Spielraum für extreme Vefremdungen ergibt sich durch die Kombination und Bearbeitung der Einzelaufnahmen in der jeweiligen Bildserie.
Im Ergebnis wird in der vermeintlichen Tristesse eine fremdartig spannungsreiche Ästhetik sichtbar.
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Ein ungewöhnlicher Titel?
Der Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg hat im Kontext der Quantenphysik beschrieben, dass es nicht möglich sei, mit nur einer Messung den exakten Ort und die genaue Geschwindigkeit eines Teilchens mit beliebig hoher Genauigkeit zu bestimmen.
Während ich die Bilder für diese Serie auswählte, kam mir plötzlich Heisenberg in den Sinn. Die in der Unschärfe eingefangene Bewegung des fließenden Verkehrs ist ein bestimmendes Element der Aufnahmen. Die scharf abgebildeten statischen Details des Ostwalls und seiner Umgebung stehen hierzu im Kontrast.
Wären die Aufnahmen unter Laborbedingungen entstanden, ließe sich möglicherweise anhand der Aufnahmegeometrie, der Belichtungszeit der Kamera und aus der abgebildeten Strecke der Unschärfe die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Fahrzeugs ableiten. Sein genauer Ort bliebe dagegen undeutlich über die Fläche „verschmiert“.
Alles das ist – wen wundert's – keine Quantenphysik!
DREHSCHWINDEL
drehschwindel
BUNTE FLUCHT
bunte flucht
LA-LÜ-LA-LA
la-lü-la-la
REGENBOGEN
regenbogen
ICH - ICH UND ICH
ich - ich und ich
X-RAY AMPEL
x-ray ampel
SEELENWANDERUNG
seelenwanderung
LANDEBAHN
landebahn
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OSTFRIEDHOF DORTMUND
Mein Fototermin auf dem Dortmunder Ostfriedhof war für den 29. Mai 2021 im Kalender vermerkt. Ich hatte mich auf die Begegnung mit dem parkähnlichen Friedhof und seinen Motiven nicht im Detail vorbereitet.
Um so erstaunter war ich, dass bereits die erste fotografische Annäherung an diesen bemerkenswerten Ort eine veritable Bildserie entstehen ließ.
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Respekt
Die fotografischen Rahmenbedingungen waren speziell. Im milden Licht unter dem Laubdach der alten Bäume wechselten die Grüntöne der halb verwilderten Parkbepflanzung mit jeder neuen Perspektive.
Die repräsentativ gestalteten Grabmale einst bedeutender Familien und Persönlichkeiten aus der industriellen Blütezeit des Ruhrgebiets ließen sich effektvoll in Szene setzen. Ebenso die großen Grabanlagen zur Ehrung der Bergleute, die bei schweren Grubenunglücken umgekommen waren. Die Bergwerksgesellschaften hatten sie einst errichten lassen.
Diese Monumente der Schaffenskraft und der Pflichterfüllung zogen meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich.
Der weitläufig angelegte Ostfriedhof verwandelte sich in meiner Wahrnehmung in einen vielgleisigen Kopfbahnhof für zahllose Lebenswege. Ich sah in ihm keine Endstation mehr, sondern einen Umsteigeort aus einer individuellen Gegenwart ins Zeitlose und zugleich einen Ort des Respekts und des sanften Vergessens.
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Mahnung
Einen schmerzlichen Kontrast zu den zahlreichen respektablen Monumenten des Ostfriedhofs bilden die Mahnmale des Leids einer späteren Zeit.
Sie bezeugen den mörderischen Verrat an unschuldigen Menschen, begangen im banalen Alltag einer Epoche der Dunkelheit und der Barbarei.
Sie halten in uns das Bewusstsein dafür wach, dass Menschen immer wieder andere Menschen zerstören. Und sie stärken die Gewissheit, dass sich Menschen nicht gänzlich auslöschen lassen. Denn sie haben gelebt, und das bleibt.
Hier ist der Ostfriedhof ein Ort beklemmender Stille. Er löst Trauer aus und erzwingt ernsthaftes Besinnen.
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Ergänzung
Vom 23. April bis 14. Mai 2023 präsentierte ich zehn ausgewählte Drucke der Bildserie „Respekt & Mahnung“ im Projektraum der Anwohnerinitiative „KA!SERN“ des Dortmunder Kaiserviertels.
Die persönlichen Gespräche mit den Ausstellungsbesuchern haben mir die große Verbundenheit der Dortmunder mit ihrem Ostfriedhof vor Augen geführt. Zugleich erfuhr ich, dass ich bei meiner spontanen ersten Fotosession im Mai 2021 ein bedeutendes Areal des Ostfriedhofs nicht entdeckt hatte: die etwas abseits gelegenen historischen Grabstätten des jüdischen Bereichs des Friedhofs.
Nach Abschluss der Ausstellung in der Kaiserstraße widmete ich am 15. Mai 2023 den sonnigen Vormittag diesem jüdischen Teil der alten Parkanlage. Es war still und das Licht war mild. Die Aufnahmebedingungen glichen denen von 2021, so dass sich die ausgewählten neuen Fotografien jetzt harmonisch in die Bildserie „Respekt & Mahnung“ einfügen.
"Mein" Ostfriedhof ist nun vollständig.
Pflichterfüllung
Pflichterfüllung
Die 18
Die 18
Ehrenspalier
Ehrenspalier
Burghof
Burghof
Abgewandt
Abgewandt
Bodyguards
Bodyguards
Ratloser Hirte
Ratloser Hirte
Sehnsucht
Sehnsucht
Ewig vebunden
Ewig verbunden
Torwächterin
Torwächterin
Hüterin der Stille
Hüterin der Stille
Allee der Erinnerung
Allee der Erinnerung
Cohen
Cohen
Herzklopfen
Herzklopfen
Das erhobene Tuch
Das erhobene Tuch
Fürs Vaterland
Fürs Vaterland
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SCHWINGUNGEN
Der Luisenplatz markiert das Zentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Er ist ein Knotenpunkt für den städtischen und regionalen Nahverkehr. Er ist Veranstaltungsort, Versammlungsort und Treffpunkt. Und er ist ein Platz der Vielfalt und der Unterschiede.
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Es werde Licht!
An den dunklen Abenden vom Herbst bis zum Frühjahr wird besonders deutlich, dass der Luisenplatz auch ein energetisches Zentrum ist. Dann ersetzen die zahllosen technischen Lichtquellen des Platzes mit der beginnenden Dunkelheit das gerade noch verschwenderisch vorhandene Tageslicht.
Nun sagt Darmstadt: Es werde Licht!.
Die grelle Flut aus den fest installierten Lichtquellen vermischt sich mit den unzähligen bewegten Lichtern der Fahrzeuge und mit den bunten Hinweisgebern der abendlichen Betriebsamkeit. Alles scheint zu vibrieren.
Ließe sich diese vibrierende Energie möglicherweise fotografisch festhalten?
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Nur ein Experiment
Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage startete ich an einem Abend im Frühjahr 2017 ein Experiment. Ich wollte versuchen, mit Langzeitbelichtungen das dynamische Geschehen auf dem Luisenplatz einzufangen. Dabei war ich mehr von Neugier als von Erwartungen getrieben und das Ergebnis erschien mir ungewiss.
Bereits die ersten Resultate, die ich auf dem Kameradisplay sah, verblüfften mich mit ihrer prallen Lebendigkeit und spürbaren Energie. Aus dem Experiment wurde eine lang andauernde Fotosession mit einer eindrucksvollen Ausbeute faszinierender Langzeitaufnahmen.
Die hier präsentierte Bildauswahl zeigt die Vielfalt der fotografischen Ergebnisse. Vor allem zeigt sie aber das bunte und energiegeladene Leben auf einem der zentralen Plätze der Region.
Vom 5. Dezember 2022 bis zum 31. März 2023 waren die Bilder im Praxiszentrum UPZ in Darmstadt ausgestellt.
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BLICK IN DIE LEERE
Ich näherte mich der Staumauer des Edersees über den südlichen Aufgang. Vom breiten Fußweg aus überblickte ich die Wand in ihrer gesamten Ausdehnung, erkannte die in sich ruhende Masse des meisterhaften Ingenieurbauwerks.
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Berechnete Masse
Massiv stemmt sich die aufragende Wand gegen den Wasserdruck. Der harmonische Schwung der Dammkrone und die sanfte Vorwölbung der riesigen steinernen Mauerfläche folgen den Kräften der Physik.
Bis ins Detail berechnet, muss sie genau so aussehen, darf sich nicht anders wölben, darf sich nicht schärfer krümmen. Nur so, wie sie seit ihrer Errichtung dasteht, hält sie stand.
Der Blick von der Mauerkrone über den See ist in diesen Tagen im Juli 2020 ernüchternd. Der Wasserstand des Edersees ist niedrig und die Spannkraft der Mauer richtet sich ins Halbleere. Tiefe Pegelstände kommen im Rahmen des Betriebs dieser Talsperre immer wieder vor. Mit ihrem Wasser wird Strom erzeugt und die Schiffbarkeit der Weser reguliert.
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Begrenzte Tiefe
Dennoch wirkte diese Leere beklemmend, sobald ich an unsere stetig heißer und trockener werdenden Sommer dachte.
Die regelmäßig bei Niedrigwasser vom See freigegebenen Reste versunkener Bauwerke beeindruckten mich nicht. Stattdessen waren es die steilen wüstenhaft kargen Uferabhänge. Wie Todesstreifen schienen sie uns vom Wasser fernzuhalten.
Und da waren die perfekt horizontalen Linien, die der bleiern ruhende Wasserspiegel auf die Staumauer gezeichnet hatte. Sie dokumentierten teilnahmslos die langsam schwankenden Pegelstände.
War der niedrige Wasserstand nur ein vorübergehendes Phänomen der Wassernutzung? Oder war er ein weiterer deutlicher Vorbote einschneidender klimatischer Veränderungen?
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RÄTSELHAFTES ANDALUSIEN
Andalusien ist etwas Besonderes.
Es ist eine Region der Vielfalt. Vielfalt in der Baukunst, der Lebenskunst oder der Kochkunst, im Tanz und in der Musik und in den einzigartigen Landschaften.
Es ist privilegiert durch seine besondere Lage am Atlantik, Auge in Auge mit der Küste Nordafrikas. Und es darf sich glücklich schätzen, ein Land der Pferde zu sein. - Aber rätselhaft?
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Des Rätsels Lösung
Rätselhaft sind die überraschenden Mischungen, die sich aus der Vielfalt der Zutaten ergeben.
Die Ergebnisse können groß und monumental sein oder verbergen sich in subtilen Details. Vieles wirkt so, als sei Andalusien bis heute in einem natürlichen Fließprozess eingebettet und als sei die Zeit eine gute Freundin des Landes.
Alle hier präsentierten Aufnahmen entstanden bereits im Frühjahr 2018. Und noch heute entdecke ich beim gelegentlichen Sichten meines Bildarchivs andalusische Fotografien, die es wert sind, länger und intensiver betrachtet zu werden. Sie stehen auf der Liste meiner demnächst zu bearbeitenden Bilderrätsel.
Auf Abwegen
Auf Abwegen
Flamencotreppe
Flamencotreppe
Fächerfach
Fächerfach
Himmelsstürmer
Himmelsstürmer
Marconis Insel
Marconis Insel
Corridas de Toros
Corridas de Toros
Schlachtfeld
Schlachtfeld
Kopffreiheit
Kopffreiheit
Agoraphobia
Agoraphobia
Puppenspieler
Puppenspieler
Prinzenabwehrbunker
Prinzenabwehrbunker
Follower
Follower
Trafalgar 2018
Trafalgar 2018
Afrikanischer Horizont
Afrikanischer Horizont
Kollisionskurs
Kollisionskurs
Kasse 1
Kasse 1
Be Happy!
Be Happy!
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KOLLATERALKUNST
Im Juni 2021 veranstaltete die LEICA Akademie im bayerischen Kolbermoor einen Workshop zum Thema „Zen Art“. Für drei Seminartage öffnete die dortige Akademie der bildenden Künste an der alten Spinnerei ihre Räume für die Seminarteilnehmer. Es war ein anderes Fotografieren. Sehr konzentriert, sehr detailliert und hier und da meditativ. Eine sanfte Schule für das Sehen und das Wahrnehmen.
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Nähe wagen
Die Nähe zum Objekt und das sorgfältige manuelle Arbeiten mit Stativ und Kamera waren die handwerklichen Schwerpunkte des Workshops. Die dabei entstandenen Fotografien belegen, dass der Zufall ein grandioser Künstler sein kann. - Oder deuten sie am Ende an, dass es keinen Zufall gibt?
Das große Atelier, in dem wir uns trafen, wird sonst von den Studierenden für ihre Malarbeiten genutzt. Ihr kreatives Schaffen mit Farben, Pinseln und Leinwand hatte im gesamten Raum, an den Wänden und auf dem Boden, sichtbare Spuren hinterlassen. Es war dadurch zu einem Trainingscamp für das aufmerksame Sehen und das Erkennen und Interpretieren zahlloser bunter Details geworden.
Farben, kleine Verunreinigungen, Beschädigungen oder mechanisch verursachte Texturen waren über einen langen Zeitraum hinweg auf dem Boden, den Wänden oder auf den Staffeleien zusammengekommen. Hier war kein kreativer Verstand am Werk. Die Farben waren frei und keinem Willen unterworfen. Ihre Bewegungsenergie und die Schwerkraft haben sie spielerisch zu faszinierenden Mustern zusammengefügt.
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Zen Art
Meine ausgewählten Fotografien sind - anders als die Motive - im Detail sorgfältig gestaltet. Die vielen langwierigen und Geduld lehrenden Versuche, eine passende Perspektive und ein geeignetes Rechteck für die wilden Muster zu finden, sieht man den Ergebnissen jetzt nicht mehr an.
Neben den attraktiven Bildern und einem erweiterten fotografischen Wissen habe ich gute persönlichen Erfahrungen aus dem Workshop mitgenommen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Zen Art“ hat sich zudem meine Einstellung zum Wesen des Zufalls verändert.
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WUNDERLAND
Die Sommerresidenz der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt war im 18. Jahrhundert ein prächtiges Domizil für privilegierte Adelige. Heute steht der Staatspark Fürstenlager in Bensheim-Auerbach jedem offen, der für eine Weile in eine andere Welt entfliehen möchte. Die aristokratischen Bauwerke und die naturnah gestaltete Parklandschaft entfalten eine zeitlos heitere Atmosphäre.
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Magisches Licht
An einigen Tagen im April 2020 war die Luft an der südhessischen Bergstraße ungewöhnlich klar und das Licht wirkte durchdringend und belebend. Die Fernsicht über das Rheintal bis zur Weinstraße auf der westlichen Seite des Flusses war beeindruckend. An solchen Tagen spenden die milden Schwingungen des Lichts Energie für Körper und Geist und animieren die Phantasie.
Die Motive und Perspektiven in und um das Fürstenlager ließen sich mit nahezu übernatürlicher Brillanz ablichten. Mit ein wenig Geschick und einer guten optischen Ausrüstung konnte ich das magische Licht einfangen.
Für die spätere Bearbeitung wählte ich sechs Fotografien aus. Mit einer milden Farbeinstellung konnte ich ihnen eine romantische Anmutung geben. Die betonten lokalen Kontraste in den Details verstärken den Eindruck, auf historische Bilder eines verborgenen südhessischen Wunderlands zu schauen.ehr en
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MASTERCLASS WETZLAR
Das Niveau der fotografischen Kompetenz in einem Masterclass Workshop an der Leica Akademie in Wetzlar ist hoch. Das ist herausfordernd und motivierend zugleich. - Die Schwarzweißfotografie stand im Juni 2020 im Mittelpunkt des Workshops.
Ich durfte meine Nikon Kameras einsetzen. Somit wurde es so etwas wie ein spannendes "Auswärtsspiel", das ich aber mit einem guten Unentschieden über die Zeit brachte. Auch das großzügige und uneigennützige Angebot, eine Kamera mit rotem Punkt zu testen, habe ich mit Freude angenommen.
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Spiegelungen ⎸ Gegensätze
Die historisch gewachsene Wetzlarer Altstadt und der scheinbar direkt vom Reißbrett auf die grüne Wiese gezauberte hypermoderne Leitz-Park waren die Zielgebiete für die Motivsuche. Zwei so gegensätzliche Orte mit einem identischen thematischen Ansatz anzugehen, hat sehr zur kreativen Spannung beigetragen.
Meine Arbeitsergebnisse, die nicht nur der eigenen, sondern auch der kritischen Beurteilung der anderen Teilnehmer standhalten mussten, waren reichhaltig und vielfältig. Einige der besonders gelungenen Fotografien habe ich in den anschließenden Wochen zu Bildern mit einer intensiven Aussagekraft weiterentwickelt. Sie wurden bereits in Ausstellungen präsentiert.
Zwei Seiten Campus
Zwei Seiten Campus
Stairway to ...
Stairway to...
Zwei Seiten Altstadt
Zwei Seiten Altstadt
Rothühner
Rothühner
Zeitfenster
Zeitfenster
Fluchten
Fluchten
Schattenseite
Schattenseite
Cabaret Corona
Cabaret Corona
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SYLT - EINZIGARTIGER TROTZ
An manchen Tagen scheint der Himmel auf dieser Insel herab zu reichen bis vor die eigenen Füße. Es ist, als würde ein einziger weiterer Schritt nach vorn genügen, um in sein mildes Blau einzutreten.
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Naturkräfte
Wie wird es Sylt ergehen, wenn es in unserem globalen Treibhaus wärmer wird? Wer wird schneller sein, der blanke Hans oder die Sylter mit ihren Strandaufspülungen? Es geht schließlich um das Stückchen festen Bodens, das jeder gern unter den Füßen spürt.
Und nicht nur die Kräfte der Natur greifen nach der Insel. Vom Festland kommt eine andere Gewalt, die der Spekulanten. Sie zahlen mittlerweile jeden Preis für ein Stückchen Sylt. Ihre Landnahme droht die Friesen mitsamt ihrer Kultur von der Insel zu verdrängen.
Doch eines ist gewiss: Wenn es ums Spekulieren geht, sitzt der blanke Hans mit am Spieltisch. Und er hat immer das stärkste Blatt. Von Westen kommend schlägt er mit Furor auf die Insel ein, wie und wann es ihm gefällt. Seine Landnahme kostet ihn nichts, aber sie ist endgültig!
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Seele
Wie lässt sich die Seele dieser schönen Insel mit ihrer Natur und ihrem Inselleben, dem Gegensatz zwischen der energiegeladenen Nordsee auf ihrer Westseite und dem tiefenentspannten Wattenmeer auf ihrer Ostseite einfangen?
Soll man das unspektakuläre Werktagsleben der Insulaner, sofern es solche überhaupt noch gibt, digitalisieren, oder das banale Luxusleben in den Reservaten der 400-PS-Schickeria in kleine Pixel zerhacken? Oder beschränkt man sich beim Niederdrücken des Auslösers auf das Ablichten des befristeten Glücks der Erholungsuchenden?
Am Ende führt der Zufall die Regie und das Wetter setzt das passende Licht auf die Kulissen.
Dann gibt ein friesischer Zauberspruch dem Fotografen die notwendige Orientierung.
Rüm Hart, klaar Kiming!
Video
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ZWISCHEN NIENHAGEN & ZINGST
An einem Workshop teilzunehmen hilft dabei, den eigenen fotografischen Ergebnissen eine intensivere persönliche Handschrift zu verleihen. Sei es, indem eigene Arbeitstechniken Bestätigung finden oder weitere Techniken das persönliche Repertoire erweitern.
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Kreative Disziplin
Sachkundige Dozenten vermitteln dabei nicht nur fotografische Kenntnisse. Durch konstruktive Kritik und kompetente Motivation helfen sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei, einen eigenen kreativen Weg zu beschreiten. Mir helfen sie zudem, meine fotografische Arbeit zu disziplinieren und meine Zielstrebigkeit und Genauigkeit zu erhöhen.
Es gab also gute Gründe für mich, im März 2019 einen zweiten Workshop am Max Hünten Haus in Zingst zu belegen. Ungewöhnliche Perspektiven und kreative Aufnahmetechniken bildeten den Schwerpunkt dieses Schwarzweiß-Workshops.
Auch bei der Workshop-Arbeit besteht mein persönliches Ziel darin, Momente mit einzigartiger Stimmung festzuhalten und Bilder zu gestalten, die ohne weitere Erläuterungen etwas aussagen.
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LANDSCHAFT AM DARSS
Diese Küstenlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist weitläufig und zugleich mit Details gesättigt. Hier fällt das Licht zur blauen Stunde oder in der Morgendämmerung gleichermaßen wohlwollend auf malerische wie auf wilde Natur.
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Das Fotorevier
In Regionen mit solch einer abwechslungsreichen Landschaft nutze ich gern die vor Ort angebotenen Foto-Workshops. Mit ihrer thematischen Ausrichtung, wie etwa dem kreativen Umgang mit Licht und Landschaft, schaffen sie einen klaren Kontext für das Fotografieren. Und sie bewahren die Workshop-Teilnehmer davor, sich in der überbordenden Vielfalt scheinbarer Möglichkeiten zu verzetteln.
In der Landschaft des Darß werden anspruchsvolle Workshops vom Max Hünten Haus in Zingst angeboten. Die Aussicht, dass die besten Bilder des Workshop vom Oktober 2018 später für mehrere Monate in einer Ausstellung des Max Hünten Hauses zu sehen sein würden, motivierte dann zusätzlich.
Der Sonne lauschen
Der Sonne lauschen
Das Zentrum des Lichts
Das Zentrum des Lichts
Urknall
Urknall
Träumendes Gras
Träumendes Gras
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PHOENIX WEST
In Dortmund-Hörde wird längst kein Eisen mehr geschmolzen. 2001 endete das, was im Jahr 1841 mit der Gründung der ersten Hütte begann und über viele Generationen hinweg das Leben und die kulturelle Identität der Menschen bestimmt hat
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Nur noch Geschichte?
Nach dem Zusammenschluss der damals bestehenden Hüttenwerke mit der Phoenix AG stieg im Jahr 1906 der „Phoenix“ mit mächtigem Flügelschlag in den grauen Ruhrgebietshimmel auf. Die Hoesch AG und Thyssen Krupp ließ er unterwegs hinter sich. In den Köpfen und Herzen vieler Menschen fliegt er bis heute weiter. Er ist nicht zu Asche verbrannt, sondern hat seine gewaltigen Klauen in die alten Fundamente seines Ursprungs versenkt und wird mit Hörde verbunden bleiben.
Was an diesem Oktobertag 2017 als Fotografieren an einem magischen Ort geplant war, entwickelte sich mit jeder neuen Perspektive zur Treibjagd auf tief sitzende Erinnerungen und flüchtige Stimmungen. Allesamt zum Leben erweckt von den gigantischen Fossilien einer unvergesslichen stählernen Epoche..
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Eiserne Wucht
Die starre Wucht der standhaften Industrieanlagen rührt jeden heftig und unvermittelt an, der so wie ich im Ruhrgebiet aufgewachsen ist. Ihre übermächtige Präsenz löste in mir einen Zeitsprung aus, zurück zu meiner eigenen Vergangenheit in Marl-Hüls. Hin zu den Fördertürmen und Koksöfen in Sichtweite, zum mittäglichen Geheul der Zechensirenen und zum Summen der Generatoren des nahegelegenen Kohlekraftwerks.
Jetzt war das Wolkengrau nicht mehr die schwere Melange aus Ruß und Wasserdampf. Es war das gedämpfte Licht der neuen Gegenwart.
Ein paar Gänse, die von Nordwesten kommend über das ehemalige Hochofenwerk hinwegzogen, ahnten nichts von der heißen Luft über den Schmelzöfen, die ihren Artgenossen einst den Überflug erschwert haben dürfte. Heute würde es für sie nicht allzu mühsam sein, in der Umgebung einen geeigneten Landeplatz für die sichere Rast zu finden.
So präsentiert sich das Ruhrgebiet von heute: noch immer rau und stark, dabei faszinierend und lebenswert.
Hoesch mich
Hoesch mich
Perspektive
Perspektive
Stahlbarock
Stahlbarock
Offline
Offline
Überflieger
Überflieger
Braut auf Koks
Braut auf Koks
Kopfloser Lindwurm
Kopfloser Lindwurm
Total abgedreht
Total abgedreht













































































































































































































































































































